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Fürst Josef Wenzel: Eine Annäherung an Liechtenstein



Fürst Josef Wenzel wurde am 9. August 1669 in Prag geboren. Er ist der Sohn des Philipp Erasmus, einem jüngeren Bruder des Fürsten Anton Florian. Als Vormund von Fürst Johann Nepomuk Karl war er bereits von 1732 bis 1745 das eigentliche Familien- und Staatsoberhaupt. Nach dessen Tod übernahm er diese Funktion 1748 wieder.

Josef Wenzel hat nach dem Vorbild seines Vaters die militärische Laufbahn. Seine hochadelige Herkunft, strategisches Talent und persönlicher Mut bildeten im Verein mit der steten Förderung durch den väterlichen Freund Prinz Eugen von Savoyen die Basis für eine rasche und steile militärische Karriere, schreibt dazu Herbert Haupt im historischen Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. So war Josef Wenzel bereits 1717 im Rang eines Hauptmanns im Feldzug gegen die Türken an der Seite des Prinzen Eugen dabei. Später wurde er zum Generaldirektor der gesamten österreichischen Artillerie, welche er qualitativ und quantitativ verbesserte.

Ein Fürst des prunkvollen Auftritts
Fürst Josef Wenzel genoss das besonderes Ansehen der kaiserlichen Familie. Von 1737 - 1741 war er als kaiserlicher Botschafter am französischen Königshof in Versailles tätig. Sein Einzug in Paris am 21.12.1738 wurde zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Rangs. Er liess dafür fünf Prunkkarossen bauen, von denen eine, der Goldene Wagen, noch heute erhalten und ein Hauptstück der fürstlichen Sammlungen darstellt.Dies ist aber nur ein wichtigstes Vermächtnis für die Kunstsammlung der Liechtensteins. 1767 liess er von Vincenzio Fanti das Gesamtverzeichnis der liechtensteinischen Galerie erstellen. Es war damals der erste gedruckte Galeriekatalog in Wien. Am kaiserlichen Hof konnte Fürst Josef Wenzel durchaus grosse Spuren hinterlassen. Do wie sah dies auf dem Gebiet des Fürstentums Liechtenstein aus? Wenn auch dem Fürsten der Vorwurf nicht erspart bleiben kann, dass er während seiner langen Regierungszeit das Land nie besucht hat und seine Entscheidungen einzig nach den oft einseitigen Berichten der Landvögte traf, so kann andererseits ein unbefangenes Urteil nicht verkennen, dass seine Regierung in verschiedener Hinsicht von segensreichem Einflusse war, schreibt dazu Alfons Feger im Historischen Jahrbuch von 1921. Fürst Josef Wenzel regierte ohne Zweifel im Geist des Absolutismus. Dennoch dies ist ein Grund für die positive Wertung von Feger gestattete er 1733 zumindest teilweise und mehr formal die Wiedereinführung der alten Rechte der Landschaften Vaduz und Schellenberg. Es wurde gewissermassen das Gefäss der Volksrechte zurückgegeben, aber um den grösseren Teil des Inhalts entleert. Auf diese Art regierten die Fürsten im 18. Jahrhundert bis zur Zeit Napoleons, heisst es dazu im Schulbuch Fürst und Volk.

Dank ihm wurde Triesenberg eigene Pfarrei
Dennoch ist aus den historischen Dokumenten zu entnehmen, dass Fürst Josef Wenzel die Bevölkerung vor auswärtigen Ansprüchen etwa aus Vorarlberg und Graubünden in Schutz nahm. Dieses Engagement und die Gründung der Pfarrei Triesenberg sicherten ihm bei seinen Untertanen eine gewisse Popularität, wie es Herbert Haupt im historischen Lexikon formuliert. Das höchste Ansehen hatte er mit Sicherheit in Triesenberg. Fürst Josef Wenzel setzte sich beim Bistum Chur für eine kirchliche Verselbstständigung der Gemeinde ein. Bis dahin mussten die Triesenberger jeden Sonntag nach Triesen oder Schaan in die Kirche. 1767 kam es dann tatsächlich zum Bau der ersten Pfarrkirche und des Pfarrhauses in Triesenberg. 1768 wurde Triesenberg eine selbstständige Pfarrei. 1938 wurde die Wenzels-Kirche wie sie die Triesenberger nannten abgebrochen, um der neuen Kirche Platz zu machen.

Fürst Josef Wenzal starb 1772 im Alter von 76 Jahren in Wien. Rückblickend war es der erste Fürst in 300 Jahren Liechtenstein, welcher auch bei der Bevölkerung in positiver Erinnerung blieb.

Quelle Text: Patrik Schädler
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